Letzte Wünsche

Januar 1943

Mein lieber Rainer!
Ja, das war ein Schlag ins Gesicht, dieser Antrag vom Oberst. Aber, Rainer, ich bin so sehr vom Leben überzeugt, ich liebe die Menschen so unendlich, dass ich gar nicht daran glaube, dass es wahr wird. Von dieser Liebe zu den Menschen habe ich auch in meinem Schlusswort gesprochen. Es war mir auch nie zuvor klar, wie ich Deutschland liebe.

Ich bin kein politischer Mensch, ich will nur eins sein, und das ist ein MENSCH! Nennt man dies nun dem Tod ins Auge sehen, es verpflichtet zu so vielem. Ich habe nicht um mein Leben gebettelt. Rainer, dort hat sich der Mensch gezeigt, was er ist. Nicht bei der Beweisaufnahme, sondern eben bei seinem Schlusswort. Ich werde das nie vergessen, sollte ich leben bleiben, jedes andere Urteil ist mir egal. Nur leben will ich, leben! Das ist mein Wunsch! Um meinen Freund Strelow habe ich große Angst. Ich habe Deinem Vater bestellt, was für einen prachtvollen Sohn er in Dir hat.
Ich habe in der Nacht vom 13. zum 14. von Dir geträumt und Strelow so viel erzählt von Dir und wie gern ich Dich habe.

Einen Kuss!

Deine Cato

Cato Bontjes Van Beek

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